1818 erbaute der Landwirt, Garnbucher und liberale Revolutionär Josef Girard auf seinem Grundstück im Bachtelentälchen, nördlich des Grenchner Dorfkerns, das erste Gebäude des künftigen Heilbades. Bald entwickelte sich das Bad zu einem gesellschaftlichen Zentrum und zu einem Ort der politischen Erneuerung. Der Sohn des Badgründers, der Arzt Josef Girard, beteiligte sich am Balsthaler-Tag der Liberalen und besorgte dem italienischen Freiheitskämpfer Giuseppe Mazzini und dessen Freunden im Bachtelenbad, in der Zeit von April 1835 bis Neujahr 1837, Zuflucht und Asyl.
1864 erwarb der Pädagoge Wilhelm Breidenstein die Liegenschaft und führte hier ein bedeutendes Erziehungsinstitut für junge Männer, das unter anderem auch vom späteren Schriftsteller Ernst Zahn besucht wurde. Das Institut existierte bis zum Jahre 1889. In jenem Jahr erwarb ein Bieler Konsortium den Besitz und versuchte, in der Tradition des Bachtelenbades erneut einen Badbetrieb zu führen. 1904 wurde das unrentable Unternehmen jedoch eingestellt. Es wurde von einem Kaufmann aus Limoges erworben. Eine französische Schwesterngemeinschaft führte bis 1918 ein Mädchen-Institut. 1916 erstand Pfarrer Otto Widmer das Bachtelenbad und vereinigte hier seine Kleinheime, die er in verschiedenen solothurnischen Gemeinden ins Leben gerufen hatte. Seither führt der Verein Kinderheim Bachtelen (ehemals Verein St. Josephsanstalt) hier eine pädagogische Einrichtung mit Internat und Schule, die inzwischen als sonderpädagogisches Zentrum für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen und Schwierigkeiten im Bereich Verhalten und/oder Sprache in das solothurnische Gesamt-Schulkonzept eingebunden ist.

